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Hansjörg Hörseljau

wurde 1960 in Braunschweig geboren. Die Jugendzeit verbrachte er im Harz, nahe der innerdeutschen Grenze. Dort, in der weitläufigen Natur, entdeckte er seine Liebe zur Fotografie. Es folgte das Design-Studium an der Universität-Gesamthochschule-Essen von 1982 bis 1988 bei Prof. Angela Neuke-Widmann. Seit 1988 lebt er wieder im Harz und arbeitet als freischaffender Fotograf.

Hörseljaus erste Bilder von Gipfel und Umgebung des für ihn unerreichbaren Brocken entstehen zwangsläufig aus Westsicht. Auf seinen Streifzügen durch den Wald des Harzes steht er nicht nur Idylle sondern immer wieder Grenzaufklärern der DDR-Grenztruppen gegenüber. Nach dem 9. November 1989 ändert sich alles schlagartig: die Grenze verliert ihren Schrecken, die Menschen können sich frei bewegen. An drei verschiedenen Orten im Harz erlebt und fotografiert Hörseljau die Grenzöffnung. Endlich ist es dem Fotografen möglich den Brocken aus nächster Nähe und auch die Ost-Perspektive kennenzulernen.

Am 3. Dezember 1989 ist Hörseljau einer von über 6.000 Teilnehmern des Sternmarsches zum Gipfel des "Sehnsuchtsberges der Deutschen". Die Demonstration verfolgt das Ziel, die Freigabe der eingemauerten Brockenkuppe, des letzten noch geschlossenen Grenzpostens der DDR, zu erreichen - und tatsächlich öffnet sich das Brockenplateau noch am selben Tag. Das eindrucksvolle Erlebnis markiert den Beginn von Hörseljaus fotografischem Langzeitprojekt.

Vom Nordharz bis zum Eichsfeld dokumentiert Hörseljau deutsch-deutsche Grenzsituationen und Vereinigungseuphorie sowie die Veränderungen danach: die Entrümpelung der Landschaft, die Erschließung neuer Wohn- und Arbeitsflächen und die Umwandlung ehemaliger Sperrgebiete in einen intakten, großflächigen Naturraum. Sein Anliegen ist es, in seiner Arbeit zwei Blicke zu vereinen und zu versöhnen, den auf das Alte, Bekannte und den auf das "manchmal überraschende" Neue.



Der Brocken

ist mit 1.142 m der höchste Berg im Norden Deutschlands und des Harzes. Er befindet sich auf dem Territorium des Nationalpark Harz, nahe der Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt.

Ab August 1961 wurde der Brocken, der im unmittelbaren Grenzgebiet der DDR zur Bundesrepublik Deutschland lag, zum militärischen Sperrgebiet erklärt und war somit nicht mehr frei zugänglich. Der Gipfel wurde militärisch stark ausgebaut. Die Sicherung des Areals oblag den Grenzsoldaten der 7. Grenzkompanie Schierke, die in Zugstärke auf dem Gipfel stationiert waren.

Bis Ende 1989 wurde der Brocken umfangreich für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt. Auf dem Gipfel befanden sich nicht nur Fernsehturm und Wetterstation, sondern zwei große und leistungsfähige Abhöranlagen. Eine gehörte dem sowjetischen Militärgeheimdienst GRU und war damit zugleich der westlichste Vorposten Moskaus, die andere war der Hauptabteilung III des Ministerium für Staatssicherheit der DDR unterstellt.

Mit der deutschen Wiedervereinigung wurden ab 1990 schrittweise die Grenzsicherungs- sowie die militärischen Anlagen abgebaut. Der letzte russische Soldat verließ den Brocken am 30. März 1994. Die Brockenkuppe wurde mit Millionenaufwand renaturiert und ist heute ein beliebtes touristisches Ausflugsziel.

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