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Katharina Mouratidi


wurde 1971 geboren. Von 1993 bis 1999 Studium der Bildenden Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee mit Schwerpunkt Fotografie. Anschließend, bis 2001, war Mouratidi Meisterschülerin und absolvierte das Aufbaustudium Visuelle Kommunikation, ebenfalls an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Mouratidis Projekte konzentrieren sich auf soziale und politische Themen und Bewegungen.

Ihre Fotografien und Texte wurden mehrfach preisgekrönt und europaweit publiziert, unter anderem in: Cicero, Magazin der Frankfurter Rundschau, European Photography (Deutschland), Marie Claire und Colors Magazine (Italien), Ojo de Pez (Spanien), British Marie Claire (Großbritannien). Sie sind in zahlreichen Sammlungen vertreten und waren bereits in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit zu sehen, darunter: Fotofest Houston (USA), George Eastman House (USA), Lianzhou Photography Festival (China), Melkweg Galerie (Niederlande), Thessaloniki Museum of Photography (Griechenland), Primavera Fotografica (Spanien), Photokina Köln. Katharina Mouratidi ist Gründungsmitglied der "Gesellschaft für Humanistische Fotografie". Sie lebt und arbeitet als freie Fotografin in Berlin.

Die Ausstellung der loftgalerie macht es möglich, eine Auswahl der zwischen 2000 und 2010 entstandenen Reportagen von Katharina Mouratidi kennenzulernen und wieder zu sehen.


Reportagen 2000 - 2010



Brustkrebs (2000) - Portraits von zweiundzwanzig Frauen im Alter von 23 bis 65 Jahren, die an Brustkrebs erkrankt und einer Brustoperation unterzogen worden waren.

Der Eingriff bedeutete Lebensrettung, aber für einen großen Teil der Frauen auch, zukünftig mit den Konsequenzen einer Brustamputation leben zu müssen. Alle Aufnahmen der Fotografin entstanden in enger Zusammenarbeit mit den Porträtierten und hatten zum Ziel, die Frauen so zu fotografieren, wie sie, als Brustkrebsbetroffene, in unserer Gesellschaft gesehen und repräsentiert werden wollten. Die Arbeit war bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit zu sehen. Vier der Motive wurden als großformatige Plakate im Oktober 2000 in neunzig Berliner U-Bahnhöfen gezeigt.



Die andere Globalisierung (2002-2005) - Portraits von GlobalisierungskritikerInnen aus 43 Ländern.

Unter ihnen viele Unbekannte, aber auch Prominente wie die guatemaltekische Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu und der US-amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz. Jede Portrait-Fotografie wird von einem Interview-Text begleitet, an dessen Anfang die Frage der Fotografin steht: "Warum tust du das, was du tust?" So unterschiedlich auch die Herkunft der Portraitierten und das was und wie sie es tun, eines ist allen gemein: das Anliegen, einen Bewusstseinswandel auf den Weg zu bringen, hin zu einer anderen Globalisierung, einer von der alle Menschen und die Umwelt profitieren. "Die andere Globalisierung" wurde mit dem Preis Discovery of the Meeting Place 2008 ausgezeichnet und beim Fotofest Houston gezeigt. Das Buch zur Serie erschien 2006 bei Edition Braus.



Sarayaku - Ein Dorf im Widerstand gegen die Ölförderung (2007-2009) - eine Dokumentation über den Kampf der Kichwa-Indigenen Ecuadors gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes durch internationale erdölfördernde Konzerne.

Das Dorf Sarayaku liegt in einer der wenigen noch unberührten Regionen des Amazonasbeckens. Auf diesem Gebiet gibt es große Erdölvorkommen und obgleich das Land den Kichwa-Indigenen offiziell gehört, die unterirdischen Rohstoffe beansprucht der ecuadorianische Staat. Wegen der schwerwiegenden Auswirkungen der Ölbohrungen auf Umwelt und Gesellschaft haben die Bewohner Sarayakus beschlossen, jedwede Erschließung der Ölvorkommen auf ihrem Territorium strikt abzulehnen. Trotz Bestechungs- und Einschüchterungsversuchen seitens des ecuadorianischen Militärs und der Energiekonzerne halten sie an ihrer Entscheidung und dem von ihnen entwickelten Plan de Vida, dem Plan des Lebens fest. Er regelt die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde in den nächsten 50 Jahren und beinhaltet Programme zum Erhalt des Regenwaldes, zur Wiederansiedlung bedrohter Wildtiere, einen Plan zur Gesundheitsversorgung aller Dorfbewohner und ein Bildungsprogramm mit Kindergärten, Schulen, einem Gymnasium und der ersten Universität mitten im Dschungel. Beispielhaft in ihren Anstrengungen für Selbstbestimmung sowie die Bewahrung ihres Lebensraumes und ihrer Traditionen, sind die Sarayaku mittlerweile gefragte Redner und Lehrer in ganz Lateinamerika.



Nayakrishi Andolon - Kleinbäuerinnen und -bauern in Bangladesch (2010) - Dokumentation über Nayakrishi Andolon, Die Bewegung Neue Landwirtschaft, in Bangladesch.

Diese, überwiegend von Frauen getragene Bauernbewegung besteht aus etwa 300.000 Familien und hat sich zum Ziel gesetzt, gesunde Nahrung, nachhaltig, ohne den Einsatz von Chemie herzustellen und die Umwelt zu schützen. Im angeschlossenen Nayakrishi Seed Network, dem Saatgutnetzwerk, sammeln Frauen traditionelles Wissen über tausende Reissorten und entwickeln dieses in wissenschaftlichen Versuchsreihen weiter. Die Bewahrung, Pflege und Weiterentwicklung der Saat ist in Bangladesch Aufgabe der Frauen und so wird das wiederentdeckte Wissen unter dem Motto Keep seeds in our hands, sisters! nur von Frauen an Frauen weitergegeben. Vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Ungerechtigkeit in der Verteilung von Lebensmitteln, der dramatisch, auf derzeit über eine Milliarde, gewachsenen Anzahl der Hungernden und einer industriellen Massenproduktion von Nahrungsmitteln, die Natur, Umwelt und Menschen schädigt, ist eine radikale Umstellung der weltweiten Agrarproduktion dringend notwendig. "Die Landwirtschaft muss menschlicher und nachhaltiger werden", kleinbäuerliche Kultur und Produktion, ökologische Anbaumethoden sowie die lokale Vermarktung müssen ins Zentrum rücken. - Das ist auch das Ergebnis des im April 2008, nach vierjähriger Arbeit von 400 internationalen WissenschaftlerInnen und ExpertInnen vorgestellten Weltagrarberichts. Nayakrishi Andolon in Bangladesch zeigt, wie es gehen kann.






Brustkrebs





Die andere Globalisierung





Sarayaku





Nayakrishi Andolon

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